Freitag, 17. April 2015

Viel zu lang' her

Ich weiß, Ich weiß. Es tut mir sehr leid, dass ihr schon so lang nichts mehr von mir gehört habt. Das war alles ein bisschen schwierig die letzten Wochen. Mittlerweile hatten wir auch schon das zweite AFS-Camp in Kuala Lumpur und ich bin schon über 11 Wochen in Malaysia. Es ist unfassbar wie schnell die Zeit eigentlich vorbei geht.
Ich habe echt das Gefühl, dass mir die Zeit hier im Auslad davonläuft. Es gibt Momente, in denen ich mein Zuhause wie verrückt vermisse, vor allem die Zeit mit der Familie. Gerade an Feiertagen, wie dem Osterwochenende, wird einem bewusst, dass man doch irgendwie auf sich allein gestellt ist, und da macht auch Skype und Co. die Situation nicht besser.
Wenn ich nur daran denke, dass meine kleine Schwester in weniger als einem Monat ihren 18. Geburtstag feiert und ich nicht da bin könnte ich heulen. Der Blog ist nicht dafür da irgendjemandem etwas vorzumachen, also erfahrt ihr hier die ganze Wahrheit. Es gibt also genug Tage, an denen ich viel zu viel an meine Freunde und Familie denke und mein eigentliches Glück hier sein zu dürfen zu wenig ausnutze. 
Nichtsdestotrotz starte ich ab und an doch Versuche meinen Hintern am Morgen hoch zu bekommen und was von der Umgebung und den Leuten, die hier leben zu sehen.

Die letzten zwei bis 3 Wochen habe ich sehr daran gezweifelt, ob ich in meinem Projekt richtig aufgehoben bin. Im Großen und Ganzen ist es wirklich eine gute Sache, aber als Lehrer vor 8 verschiedenen Klassen mit vielen Erwachsenen zu stehen und ihnen eine Fremdsprache beizubringen benötigt eine Menge Überwindung und ich bin mir noch immer unschlüssig, ob es möglich ist die irgendwann so aufzubringen, dass man früh aufsteht und nicht schon Panik schiebt, ob man dass wohl meistern wird. Mein Wunsch war es hier mit Kindern zu arbeiten -Kindergärten, Waisenhäuser, Vorschulen und so weiter. Auch wenn ich das Unterrichten wie hier nicht in meinen Projektwünschen angegeben habe, versuche ich es nach wie vor hin zu bekommen. 

Es werden jetzt noch weitere Blogeinträge folgen über einige Wochenendausflüge, Treffen mit Freunden etc. damit sich dieser Blog ein bisschen füllt ;)

Wir hören voneinander!


Bis Bald!     Anne

Montag, 9. März 2015

Bilder zum Post "Hochzeit"












Hochzeit

Letzte Woche wurden wir von unserer Chefin spontan zu einer Malay-Hochzeit mitgenommen. Spontan heißt: Um 11 Uhr klingelt das Telefon, du liegst rum, nicht geduscht, Haare zusammengezwirbelt, Gammelklamotten an und deine Chefin sagt:" Ich hol euch in einer Stunde ab. Zieht euch was schönes an, wir gehen auf eine Hochzeit."  Das ist der Moment, in dem du denkst: "Scheiße, duschen, Haare machen, schminken und die schicken Klamotten anziehen, die von CNY noch im Wäschekorb liegen, weil ich noch nicht in der Wäscherei war. NIEMALS!"
Irgendwie haben wir es doch hingekriegt und sind dann aus der Stadt raus und in ein kleines malaysisches Dorf im Wald gefahren. Der Weg dorthin war recht abenteuerlich, da auf die Straßen nur ein Auto gepasst hat, und mit Gegenverkehr ist das dann schon recht lustig.
Als wir an dem Haus ankamen waren 2 riesige Zelte aufgestellt, unter welchen sich zahlreiche Tische und noch mehr Essen befanden. Es waren so viele Leute dort und alle Blicke waren natürlich auf die Europäer gerichtet, was ziemlich unangenehm war. Vom Brautpaar war noch nichts zu sehen und trotzdem wurde bereits gefeiert. Nachdem wir gegessen haben schauten wir uns dann das Grundstück an und entdeckten einen kleinen Garten, in welchem 3 kleine Holzbuden standen, in welchen jeweils ein großer, angeketteter Affe saß. Außerdem gab es noch einen kleinen Affe, welcher samt Metallkette um den Hals auf einer Stangenkonstruktion rum turnte, einen Käfig mit Wachteln und einen anderen Vogelkäfig mit einem Singvogel hing im Baum. Uns wurde dass erzählt, dass die Affen trainiert werden um die Kokosnüsse vom Baum zu holen. Ich fand das ganze ganz und gar nicht gut, aber es bringt nichts hier etwas zu sagen und das sollte man auch nicht tun, weil die Menschen in Malaysia sehr stolz sind auf alles was sie haben und tun. Davon abgesehen muss ich das ganze akzeptieren, weil ich nicht als Weltverbesserer hier bin und das alles ganz normal ist.
Zurück zu den Zelten, wurde hastig aufgeräumt und Platz gemacht. Nachdem wir uns das malaysische Haus von innen ansehen konnten und auch das Zimmer des Brautpaares sahen, hatten sich außerhalb alle postiert und ein Reisebus brachte die Familie des Paares und das Brautpaar zu den Gästen. Nun wurden selbstverständlich erstmal unzählige Fotos gemacht und danach ging das Brautpaar an uns vorbei, zu einem separat vorbereiteten, gedeckten Tisch und aß mit den beiden Familien, während der Rest Fotos davon machte. Wir verabschiedeten uns von einigen Leuten und verließen dann die Hochzeit. Von der eigentlichen Zeremonie bekamen wir nichts mit und trotzdem war es super interessant alles zu sehen. Natürlich habe ich auch wieder Fotos für euch! Die folgen in einem extra Post!

Stellt Fragen! Bis Bald!

Anne

Montag, 2. März 2015

Die nächsten Bilder

Reunion-Dinner der Familie am letzten Tag des alten Jahres


Einer von vielen vielen gedeckten Tischen von Verwandten der Familie



Treppe-Chinesischer Tempel


Hier wird am Abend bei Verwandten das geschenkte Geld bei Black Jack und Co. verzockt


Ich musste ein Foto machen- Die Füße der 85 jährigen Tante der Bekannten der Familie









Das ist das von mir geliebte CrystalHouse -die vorherigen Fotos wurden auch dort gemacht (;



Sonntag, 1. März 2015

Chinese New Year

Tut mir echt leid, dass nur sporadisch gepostet wird, aber sobald mein Laptop wieder funktioniert wird es mehr -versprochen!

Chinese New Year ist noch immer in Gange, da es ja insgesamt 15 Tage dauert. Zu dieser Zeit haben wir in einer chinesischen Gastfamilie gelebt, welche uns echt super herzlich aufgenommen hat. Wir haben die Zeit dort sehr genossen, natürlich auch die Klimaanlage im Schlafzimmer! Wir wurden vergangene Woche, am Mittwoch, von einer Freundin der Familie abgeholt und als das Haus erreicht wurde, roch es schon so unglaublich gut und es wurde sich tierisch auf das Essen gefreut, das uns am Abend erwartete! In allen Familien ist es typisch, dass die Kinder zu den Familien zurückkehren und es am letzten Tag des alten Jahres ein ausgiebiges Dinner gibt. Die beiden Töchter der Gastfamilie kamen aus KL und für die Semesterferien und CNY aus Taiwan zurück. Bei uns gab es einen riesigen Suppentopf in der Mitte des Tisches, in welchen nach und nach Salatblätter, Garnelen, Gemüse und andere Sachen geworfen und dann mit Nudeln und verschiedenen Soßen gegessen wurden. Zum Dahinschmelzen, ich sag's euch! Den Abend hat die Familie dann irgendwo ausklingen lassen und wir 4 Freiwilligen haben gemütlich chinesische Neujahrsshows und Filme im TV geschaut und uns ausgetauscht was das Leben hier so angeht. Am nächsten Tag ging es dann aber erst richtig los -Die Zeit der Open Houses hat begonnen. Das bedeutet, dass die gesamte Familie als erstes zu Verwandten des Vaters fährt und danach geht es zu Verwandten der Mutter usw. Es wurde nur gegessen und hier und dort alles mögliche ausprobiert.Danach konnte man wirklich nichts mehr essen. Alle besuchten Familien haben sich jedoch sehr gefreut uns zu sehen und uns kennenlernen zu dürfen, insgesamt war alles sehr sehr herzlich und warm. Als der Abend kam, war ich dann trotzdem froh ins Bett zu gehen. DACHTE ICH! Ich hatte mich gerade ins Bett geworfen, da wurde gesagt, dass der Gastvater mit uns allen noch in einen Pub fährt, also wurde es dann doch noch etwas später, aber es hat sich definitiv gelohnt!

Am nächsten Morgen standen wir früh auf und sind dann ca. 1h aus der Stadt und in ein kleines Dorf gefahren, aus welchem die Freundin der Familie kommt. Dort war es richtig schön und sie stellte uns ihre Familie vor. Es wurde viel gequatscht, was logisch ist, denn wie wir erfahren haben, war sie seit 20 Jahren nicht mehr dort. Auch im Dorf waren alle Leute, die wir getroffen haben super freundlich und nachdem wir fertig waren mit reden und vorstellen, sind wir in Richtung Regenwald gefahren, weil wir in ein Museum mit Höhle gehen wollten, welches dann aber 4RM, also 1€ !!!! gekostet hat und das wollte die Familie nicht bezahlen. Fragt mich nicht warum, ich verstehe es auch nicht. Nach der Planänderung fuhren  wir auf der Ladefläche des Familienjeeps in den Regenwald und kamen irgendwann zum sogenannten "Crystal House", welches der besten Freundin der Bekannten gehört. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie schön es dort war. Alles war wild durcheinander gewürfelt. Es gab kleine angelegte Fischbecken neben zig Blumentöpfen und so viel Kitsch. Es gab auch Leute mit anderer Meinung über das Haus und das Grundstück, aber ich stehe ja total auf sowas. Da hätte ich Stunden bleiben können! Als wir zurückfuhren, hielten wir unterwegs noch an einer super wackeligen Hängebrücke, welche über einen Flusslauf durch den Regenwald zu einem kleinen Dorf führte. Der Tag war echt schön :)

Der nächste Tag war der Tag des Open Houses der Gastfamilie und schon den Tag zuvor und am nächsten Morgen wurde alles vorbereitet. Wir schnippelten Salat und Amelie kochte mit der Mutter zusammen Nasi Lemak (SUPER LECKER)

Ich muss aber leider sagen, dass ich mich an diesem Abend nicht sonderlich gut gefühlt habe und mich zurückgezogen habe. Natürlich bereue ich das, aber ich wollte mich nicht zu sehr an dieses super Familien- und Zusammengehörigkeitsgefühl gewöhnen, weil ich wusste, wenn ich zurück komme, dann wird da keine Familie sein und das machte mich einfach traurig. Und genauso war es. Am Montag sind wir zurück gekommen, mein Zimmer war wieder super stickig (kein Fenster), es saß eine fette Kakerlake unter meinem Bett, das Wasser ging schon den 2. Tag nicht, der Tank war außerdem leer und wir waren wieder allein. Das war das beschissenste Gefühl überhaupt, was ich bis jetzt in dem ersten Monat hatte und ich habe dann auch geweint. Ich könnte euch auch nur die guten Seiten zeigen und erzählen wie toll jeder Tag ist, aber wie in Deutschland, hat man auch hier schlechte Tage ;)

Ich hoffe, dass ich alles erwähnt habe. Heute Nachmittag gibt es noch Fotos! Aber jetzt geht's erstmal zu Strand und der freie Sonntagnachmittag wird genossen!

Bis Bald!

Anne

Dienstag, 17. Februar 2015

Für die Wartenden

Ich mache mein großes Leid jetzt öffentlich, dass sich keiner wundert: Das Ladekabel für meinen Laptop ist kaputt, also kann ich ihn nicht laden, ALSO gab es lange keinen Eintrag mehr. Es soll aber auch kein Blog sein, in welchen täglich neue Sachen gepostet werden, da es einfach nicht jeden Tag neue Sachen gibt, über welche es zu berichten lohnt. Es tut mir trotzdem leid.

Ich blogge jetzt von meinem Telefon aus, was alles ein bisschen umständlicher macht, aber ich möchte euch mitteilen, dass ich und meine Mitbewohnerin Amelie ab morgen Abend für etwa 3 Tage in einer chinesischen Gastfamilie wohnen werden, weil Chinese New Year, dass Chinesische Neujahrsfest vor der Tür steht. Am Donnerstag geht es los, doch bereits am Tag davor gibt es ein großes Abendessen mit der ganzen Familie. Wir werden zu viert dort sein, das heißt alle Freiwilligen in Kuantan feiern zusammen mit einer chinesischen Familie DAS große Fest. Wie genau das ganze ablaufen wird weiß ich noch nicht, aber das macht das ganze irgendwie spannender. Bereits in den letzten Tagen und Wochen gab es von unseren Schülern so so so sooooo viele Geschenke, das kann sich keiner vorstellen. Massen an Plätzchen, Crackern und Orangen über Orangen. Von einem Teil habe ich sogar mit dem Telefon ein Bild gemacht, also kann ich euch das sogar zeigen:


Ein kleiner Teil der Geschenke
Wie ihr sehen könnt, werden alle Plätzchen, Cracker etc. in diesen kleinen praktischen Plastikdosen verstaut, aber jetzt mal im Ernst: Wer soll das denn alles essen? Trotz allem haben wir beide uns tierisch darüber gefreut! 

Außerdem gibt es noch zu berichten, dass ich letzten Freitag meine ersten beiden Unterrichtsstunden gehalten habe, da Amelie zum Midstaycamp in KL war, und trotz aller Nervosität und dem ewigen Kampf mit Beamer, fremden Laptop und Co, habe ich es doch gemeistert. Und es war so schön heute zu sehen, was sich die Schüler gemerkt haben und wie sie das Gelernte vom Freitag beherrschen. Ich war echt stolz auf sie und auch ein bisschen auf mich selbst. "Kontinente, Ozeane und Länder" hatte ich zum Thema der Stunde gemacht und war doch entsetzt, bzw. erschrocken, dass keiner der Schüler etwas mit Europa und Nord- und Südamerika anfangen konnte. Die Klasse bestand aus Erwachsenen, was mich mächtig zum Grübeln gebracht hat. Aber als die Frauen heute 4 oder 5 Länder Europas aufzählen konnten und dann sagten wo sie herkommen, wo Malaysia liegt und welche Länder angrenzen hat mein Herz gelacht. Das war der bis jetzt schönste Moment während der Arbeit im Projekt.  

Ich hoffe jetzt sehr, dass ich nicht all zu viele Fehler in den Text gepackt habe und wenn doch, dann war ich es selbstverständlich nicht. (die Autokorrektur ist schuld!!!)

Bis Bald! Stellt fleißig Fragen!

Anne (oder wie die Schüler sagen: "teacher Ann" -klingt voll peinlich)

Samstag, 7. Februar 2015

Chinese New Year

Alles ist bestens und dir geht es gut. Die Leute um dich herum sind alle super nett und langsam aber sicher realisiert auch der Letzte, dass uns fast 10.000 km von unseren Familien und Freunden trennen. Erst wenn du nach der ersten Woche in Malaysia an einen Ort kommst, der so anders und so schön ist, und du dort den Nachmittag mit zwei super lieben Menschen verbringst, dann weißt du was für ein verdammtes Glück du hast hier sein zu dürfen.

Genauso ging es mir heute und es war unbeschreiblich. Selbst die Affen, die versucht haben die "Deckel" der Kokosnüsse zu klauen, aus welchen wir Kokoswasser getrunken haben, haben mich dann nicht mehr gestört. (Davon abgesehen, dass wir die Deckel dann selbst rausgerückt haben, damit die Affen den Tisch verlassen.)

Wir haben unser inoffizielles AFS-Taxi genutzt und sind zum Strand gefahren. Sowieso ist ein Strand immer super. Als wir den kleinen Weg entdeckt haben, an Buden und Ständen vorbei liefen und diesen dann betreten haben wusste ich nicht ganz recht, wo wir jetzt hinkommen, doch dass die Aussicht von dort großartig sein würde, war mir klar.
Nach dem wir an unendlich vielen Affen vorbei gelaufen sind, geschätzte 724523 Fotos gemacht hatten kamen wir an einen anderen Strandabschnitt, und ich dachte "Mensch, keine Sau hier"
Wir sind am Wasser entlang gelaufen und vor unseren Füßen sind bei jedem Schritt kleine Krabben im Sand verschwunden. Es war unbeschreiblich schön und weil man das alles nicht in Worte fassen kann, hab ich noch ein paar Bilder für euch hochgeladen.

Für meine Familie, besonders für meine Cousins: Schnorzel hat Wasser gesehen. Auch davon gibt's ein Bild ;)


Der Blick, nachdem das Vieh sich im Chinaladen über der neuen Ware entleert hat.


Leo, Lennert: Schnorzel war am Strand!


Anfang des Weges















natürlich besonders bezaubernd

Dienstag, 3. Februar 2015

Das Projekt

Ihr habt ja bereits in den Bildern gesehen, wie der Klassenraum hier aussieht, und das ist auf gar keinen Fall Standard, sondern schon ziemlicher Luxus. Neben einem Beamer und separaten Lautsprechern an der Zimmerdecke, gibt es außerdem auch ein paar Computer, für welche Unterricht geplant ist. (Das heißt übersetzt: Geplant = Wir wollen das schon irgendwann mal machen, aber wann und wie weiß keiner so genau)


Das ist aber okay, weil der Englischunterricht stattfindet. Einige Menschen, welche hier leben sprechen kein Englisch oder eher schlecht, was die Kommunikation nicht ganz einfach macht, aber es funktioniert definitiv.

Mein Projekt heißt Pertubuhan Komuniti Harap Kuantan, oder eben nur Harap. Diese Organisation besteht schon seit 2012 und setzt sich für Benachteiligte in der Gesellschaft ein Das Harap Centre bietet zum Beispiel diese Englischlernprogramme an. Jeder ist hier Willkommen - Kinder, Arbeiter, Hausfrauen und Jugendliche. Und so kommt es zu ziemlich gemischten Klassen, in welchen sich 6 oder 7-Jährige den Klassenraum mit Hausfrauen und über 50-jährigen Männern teilen. Wie ich das gestern an meinem ersten Tag mitbekommen habe, funktioniert alles trotzdem sehr sehr gut.

Zum Lernen werden hier Videos mit kurzen Dialogen zu verschiedensten Themen gezeigt. Zuvor und danach werden Vokabeln gelesen und gemeinsam gesprochen und im Anschluss die Grammatik analysiert. Die Sätze sind recht simpel, werden aber natürlich von Lektion zu Lektion komplexer und schwieriger.


An meinem ersten Tag war das Beobachten meine Aufgabe, da derzeit Amelie, welche auch aus Deutschland kommt, noch den Unterricht führt. Ich habe mich allen vorgestellt und die Kinder mit nimm2 angefüttert. (klappt ja doch immer) Alle Schüler haben mich akzeptiert und mich recht herzlich begrüßt.

Oft wird mir die Frage gestellt, wie mir denn Malaysia gefällt und überhaupt Kuantan, Wie lange ich schon hier bin und ob es denn mein erster Aufenthalt hier ist. Die beste Antwort:


"Yes, I really really like it, but it's so warm here"

Danach kommt IMMER die gleiche nächste Frage:

"Do you like the spicy food?"

Beste, ehrliche Antwort:

"Oh, I love the spicy food!"


Und fertig! Die Sache ist gebongt und du hast einen guten ersten Eindruck hinterlassen!


Also bis zum nächsten mal!


Anne

Die ersten Bilder

Ich hab heute für euch ein paar erste Bilder. Das ganze ist noch nicht soooo spannend, weil nach 2 Tagen im neuen Zuhause, bin ich noch dabei alles ein bisschen kennen zulernen. Die Leute, die Gegend und der Tagesablauf ist eben noch neu. 
Blick aus dem Flugzeug nach KL


Sonnenuntergang in KL
Petrona Towers KL
Bananen vom Obstladen

frische Ananas
unser Klassenraum

unser Klassenraum
Kuantan Beach

Sonntag, 1. Februar 2015

Ankunft in Malaysia

Entschuldigt bitte; dass ich seitdem ich hier bin noch nichts gepostet habe, aber Internet gab es leider nur in der Hotellobby in Kuala Lumpur, und da wollte ich meine Abende nicht unbedingt verbringen (außerdem war es viel zu spät)

Nach der Verabschiedung von der ganzen Familie war es dann soweit und es ging durch durch die Sicherheitskontrollen in den Flieger. Der Flug war super anstrengend und im Airbus nach Dubai war es so voll, dass es auch nicht wirklich bequem war zu schlafen, aber durch die Aufregung hätte das wohl eh nicht funktioniert.
Als wir dann Ortszeit 23.30 Uhr in Dubai gelandet sind, war das ein richtig komisches Gefühl und keiner von uns hat wirklich realisiert, dass wir in Dubai sind und nicht irgendwo in der Nähe von Zuhause. Wir waren nun alle richtig müde, aber ist ja egal, nun mussten wir ja "nur noch" bis 4.10 Uhr warten, bis der nächste Flug uns dann endlich nach Malaysia bringen würde. 
Nach der langen Wartezeit sind wir dann gefühlte 23735 Rolltreppen nach unten gefahren, bis wir irgendwo ankamen und dort unten dann in einen Shuttlebus einstiegen. Der brachte alle dann etwas holprig zum Flugzeug, und mit leichter Verspätung flogen wir dann nachts über Dubai hinweg. (Ratet, wer einen Fensterplatz hatte (; )

Kuala Lumpur, 15.30, es regnet: WIR SIND IN MALAYSIA!
Ich glaube in diesem Moment wurde uns klar, dass wir jetzt wirklich weg sind. Aus dem Flieger raus, rannten wir alle gegen eine warme Wand aus tropischer Luft, obwohl wir im Flughafen waren. Als ich jedoch mit einer anderen Freiwilligen nach der Gepäckrückgabe und all dem Schnulli den Flughafen verlassen habe und wir dann wieder rein gingen, fiel uns auf wie schön kühl der doch im Vergleich zu der Außentemperatur war. Trotzdem haben wir uns alle auf viel viel wärmere Luft eingestellt. Es ist alles auszuhalten, da Busse und öffentliche Gebäude klimatisiert sind, und damit meine ich WIRKLICH GUT klimatisiert. Kurz: man friert sich fast den Allerwertesten ab.

Im Flughafen fanden wir auch Adam. Adam ist von AFS Malaysia und brachte uns alle zusammen in die Stadt, ins Crystal Crown Hotel, in welchem wir die nächsten 2 Tage blieben. Dort warteten schon andere AFS-Menschen, erzählten uns von den DO's an DON'T's in Malaysia und auf was wir alles zu achten haben. Und wenn wir nicht gerade die von mir gehassten Energizer gespielt haben oder die Leute und was erzählt haben, dann gab es Essen. VIEL Essen. Immerhin essen die Menschen in Malaysia hier sechs mal am Tag, wie auch immer das geht. 

Als die Zeit im Arrival-Camp vorbei war wurde es dann ernst und wir wurden nach den Regionen, in welche wir kommen aufgeteilt. Das war ca 13.30 Uhr. 14.00 kam dann die Frau zu uns, die für Kuantan zuständig ist und teilte uns mit, dass sie nun ein Taxi (Teksi) bestellt und dass 14.45 Uhr losfahren, damit wir in der Stadt nicht so lang in der Wärme auf den Bus warten müssen. Ok, da saßen wir eben noch mal fast eine Stunde in der Lobby. Als dann irgendwann das Taxi kam, setzte ich mich mit den anderen beiden Freiwilligen UND der Frau auf die Rückbank des Taxis, Gepäckstücke im Nacken, weil das Taxi für alle einfach viel zu klein war. Nach fast 1h durch KL sind wir an der Bushaltestelle angekommen. Von dort aus fahren alle Busse in Richtung Ostküste. Dort warteten wir trotzdem nochmal eine Stunde und als der Bus dann da war und wir uns setzen konnten warteten wir eben nochmal bis er endlich losfuhr. Es war mittlerweile fast 17 Uhr und wir mussten von der Westküste Malaysias an die Ostküste fahren. Gegen 20.00 waren wir dann vor Kuantan an einem Terminal, an dem die Busse alle in Richtung KL fahren.

Dort holte uns dann eine Frau ab, welche in beiden Projekten tätig ist, das heißt im HARAP (mein Projekt) und im örtlichen Waisenhaus, in welchem die anderen beiden arbeiten und wohnen. Doch bevor wir zu den Projekten gebracht wurden, waren wir mit ein paar Leuten vom Komitee und den Projekten essen. Es war ein christliches China-Restaurant und unserer muslimischen Freundin wurde auch gleich geraten, auf keinen Fall zu erwähnen, welcher Religion sie angehört. Ein anderer Mann am Tisch sagte ihr dann, dass er Muslime hasst und fragte uns drei im nächsten Zug, ob wir Nazis sind und Hitler angehören, weil wir ja Deutsch sind. Ja, klar..deutsch=Nazi. Dass wir noch vorm Einzug in die Projekte mit derartigen Sachen konfrontiert werden, habe ich bei besten Willen nicht gedacht. Es verlief aber alles friedlich und am Ende des Abends waren wir froh gegen 21.30 in den Projekten angekommen zu sein. Ich war am selben Abend noch mit meiner Mitbewohnerin und einem Freund von ihr am Strand. Da wir aber Mitternacht wieder zuhause sein sollen noch bevor sich die Kutsche in einen Kürbis zurückverwandelt, hatten wir nur eine Stunde. Aber diese eine Stunde war nach diesem langen Tag echt nötig. 

Es ist jetzt 19.30 und wir suchen uns mal in der Stadt was zu essen. Ich lade nachher noch Bilder hoch, also schaut dann ruhig am Abend nochmal nach.

Bis Später! 

Anne